SmartPhoneFan.de-Netztest Biebergemünd-Bieber: Nur ein brauchbares Mobilfunknetz

Wie in den Vorjahren habe ich in den vergangenen Tagen wieder einen Netztest in meiner Heimatgemeinde Biebergemünd-Bieber durchgeführt. Dazu habe ich die drei Smartphones eingesetzt, die ich auch im Alltag verwende: das Apple iPhone 7 Plus, das Samsung Galaxy S8+ Duos und das Huawei Mate 9.

LTE von der Telekom in Bieber schneller als VDSL im Festnetz

LTE von der Telekom in Bieber schneller als VDSL im Festnetz

Gegenüber dem Netztest vom vergangenen Jahr gab es eine grundlegende Änderung: Die frühere GSM-1800-Basisstation von E-Plus ist im Rahmen der Netzkonsolidierung von Telefónica abgeschaltet worden.

Schon im Frühjahr vergangenen Jahres hatte der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber National Roaming im GSM-Netz gestartet, so dass die früheren E-Plus-Kunden das 2G-Netz von o2 mitnutzen können. Mittlerweile hat die o2-Basisstation die Netzkennung 262-03 von E-Plus bekommen, die auch vom künftigen einheitlichen Telefónica-Netz genutzt wird.

Hat Telefónica alles richtig gemacht, zumal das Signal der GSM-1800-Zelle von E-Plus ohnehin deutlich schwächer war als der Pegel des GSM-900-Senders von o2? Leider nein! Denn nun kommt es immer wieder zu Überlastungserscheinungen bei der Telefonie. Für abgehende Anrufe benötigt man oft mehrere Anläufe, um eine freie Leitung zu bekommen, eingehende Telefonate landen gerne mal auf der Mailbox, obwohl das Handy bei gutem Empfang im Netz eingebucht ist.

Telefónica ist somit leider innerhalb eines Jahres vom besten Netz für die Telefonie in Bieber zum schlechtesten Netz mutiert. o2 hatte gegenüber den Mitbewerbern immer den Vorteil eines deutlich besseren Empfangs, da der Betreiber eine Zwei-Sektor-Site verwendet, während Telekom und Vodafone vom gleichen Standort mit einer gemeinsam genutzten Rundstrahlantenne arbeiten. Der beste Empfang nutzt allerdings nichts, wenn die gewünschten Gespräche wegen Netzüberlastung nicht zustandekommen.

Der schon lange geplante LTE-Ausbau lässt weiter auf sich warten, so dass das Telefónica-Netz auch für den Internet-Zugang nicht zu gebrauchen ist. Bei Tests an drei Standorten in Bieber kam kein Datenverkehr zustande. Die Speedtest-App zeigte stets die Fehlermeldung „Probleme mit der Netzwerkkommunikation“ an.

Die Netze von Telekom und Vodafone sind gegenüber dem vergangenen Jahr unverändert. Suboptimal ist vor allem die GSM-Rundstrahlantenne, die für deutlich schwächere Signale als die sektorisierte Antenne von Telefónica sorgt. Im Freien gibt es dennoch keine Probleme, innerhalb von Häusern ist der 2G-Empfang je nach Standort und Eingangsempfindlichkeit des Smartphones aber nicht optimal.

Das Vodafone-Netz hat zudem weiterhin den Nachteil eines extrem schwachen Pegels auf der Bundesstraße 276 zwischen den Biebergemünder Ortsteilen Lanzingen und Kassel. Wer kein Festeinbau-Telefon im Auto hat, kann hier nicht telefonieren. Verbunden damit, dass sich der 4G-Ausbau bei Vodafone immer weiter nach hinten verschiebt, kann ich auch das Netz des Düsseldorfer Betreibers derzeit für Bieber nicht empfehlen.

Immerhin: An zwei der drei Messpunkte kamen – wenn auch sehr langsame – Datenverbindungen zustande. Übertragungsraten von 10 kBit/s im Downstream und 30 kBit/s im Upstream reichen allerdings maximal zur Übermittlung von Text-E-Mails oder WhatsApp-Textnachrichten. Auch dabei braucht der Nutzer Geduld, denn die Ansprechzeiten lagen im Test zwischen 190 und 239 ms.

Bliebe das Netz der Deutschen Telekom, das gegenüber dem vergangenen Jahr ebenfalls unverändert ist. Seit bereits zwei Jahren steht neben GSM auch LTE 800 zur Verfügung. Dabei hatte ich nach den Erfahrungen, die Kunden in anderen ländlichen Regionen gemacht haben, die Befürchtung, dass eine immer größere Nutzerzahl dafür sorgt, dass sich die Performance des mobilen Internet-Zugangs verschlechtert. Dem ist aber glücklicherweise nicht so.

Je nach Standort habe ich im Test zwischen 21,14 und 54,82 MBit/s im Downstream und 9,65 bis 18,93 MBit/s im Upstream gemessen. Die Pingzeiten langen zwischen 35 und 36 ms.

Die Performance-Unterschiede resultieren aus der nicht überall in Bieber gleichmäßigen Empfangsqualität des LTE-800-Signals. Vollausschlag auf dem S-Meter des Handy-Displays am Festplatz sorgte für die besten Datenraten, an der Ortsausfahrt Richtung Roßbach – quasi unterhalb der Basisstation – waren noch 40,62 MBit/s im Downstream und 18,78 MBit/s im Upstream zu erreichen, während im Gemeindeteil Röhrig bei deutlich schwächerem Pegel auch die Datenraten nicht mehr ganz so hoch waren.

Grundsätzlich steht im Telekom-Netz überall in Bieber ein guter mobiler Internet-Zugang zur Verfügung. Zum Vergleich: Im Festnetz vermarkten die Deutsche Telekom und M-net maximal VDSL-25-Anschlüsse. In weiten Teilen der Gemeinde ist der LTE-Internet-Zugang doppelt so schnell.

Einen kleinen Schönheitsfehler hat das Ergebnis dennoch: Im vergangenen Jahr lagen die Ansprechzeiten noch bei 20 ms. Dieses Mal war das Ergebnis mit 35 bis 36 ms deutlich schlechter. Hier stellt sich die Frage, warum diese Verschlechterung eingetreten ist und inwieweit die Telekom wieder nachbessert.

Der diesjährige Netztest hat gezeigt, dass in Biebergemünd-Bieber derzeit eigentlich nur das Netz der Deutschen Telekom sinnvoll nutzbar ist. Dabei sollte unbedingt auf einen Tarif geachtet werden, der den Zugang zum LTE-Netz ermöglicht. UMTS gibt es in Bieber nicht und wird auch nicht ausgebaut. Das bedeutet, mit einer SIM-Karte von Discountern wie congstar, Penny Mobil oder ja!mobil hat man in Bieber – trotz Telekom-Netz – nur sehr langsame Datenverbindungen über EDGE im GSM-Netz zur Verfügung.

Wer keinen festen Vertrag bei der Telekom abschließen möchte, sollte sich einmal die unter der Marke MagentaMobil Start vermarkteten Prepaidkarten des Unternehmens ansehen. Anders als die SIMs der genannten Discounter unterstützen Original-Telekom-Prepaidanschlüsse nämlich auch die LTE-Nutzung.

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