19 Jahre alter E-Plus-Vertrag: Nie war er so wertvoll wie heute

Mein erstes Handy hatte ich schon 1994. Seinerzeit war ich Kunde bei Motorola Telco und zahle die stolze Grundgebühr von 78,20 Euro im Monat, um aus heutiger Sicht mäßig spannende Minutenpreise zwischen 39 Pfennig in der Nebenzeit und 1,38 Mark in der Hauptzeit zu bekommen.

E-Plus-Vertrag jetzt bei o2 (Foto: Telefónica)

E-Plus-Vertrag jetzt bei o2 (Foto: Telefónica)

Gerne nahm ich das damals neue Angebot eines Journalistentarifs von E-Plus an, das 1997 unterbreitet wurde. Der Vertrag war grundgebührfrei. Dafür waren die Minutenpreise von bis zu 1,79 Mark noch etwas bescheidener als die Konditionen, die ich zuvor in den Netzen von D1 und D2 bei Motorola Telco und später bei debitel hatte.

Interessant war der E-Plus-Vertrag lange Jahre wegen seiner kostenlosen Mailbox. Von dort aus konnte (und kann man noch heute) kostenlos Sprachnachrichten zu anderen E-Plus-Mailboxen verschicken. Diese ließen (und lassen sich noch heute) kostenlos beantworten. Eine Art der Gratis-Kommunikation, die ich zusammen mit vielen Freunden über viele Jahre genutzt habe – halt eben vor der Zeit der Allnet-Flat für 10 Euro im Monat und vor WhatsApp, Telegram & Co.

In den vergangenen Jahren fristste die E-Plus-SIM dann ein Schattendasein in der Schublade. Mobiles telefonieren ist nicht nur bezahlbar, sondern extrem günstig geworden und ein Großteil der Kommunikation läuft heutzutage über die diversen Messenger.

Im vergangenen Jahr habe ich E-Plus sogar die Freundschaft gekündigt. Auch wenn der Vertrag kein Brot frisst: Was soll ich damit, wenn die SIM-Karte ohnehin nur im Schrank liegt? Die Rufnummer habe ich zu 1&1 portiert, wobei die bis zum Vertragsende gültige vorübergehende E-Plus-Nummer gar nicht mal so schlecht ist.

Nun kam alles ganz anders. Wie alle E-Plus- und Base-Verträge wird auch mein Kontrakt nach der Übernahme der E-Plus Gruppe durch Telefónica auf die Marke o2 übertragen. Gestern fand die Umstellung statt.

Womit ich niemals gerechnet hätte: Der Vertrag bleibt grundgebührfrei. Allerdings muss ich die Gesprächsminuten nicht mehr gefühlt in Goldbarren bezahlen und selbst für den mobilen Internet-Zugang ist die SIM-Karte plötzlich richtig spannend. Telefónica hat den Vertrag auf den Tarif Blue All-in Premium umgestellt, der normalerweise 79,99 Euro pro Monat kostet.

Zur Verfügung habe ich nun eine Allnet-Flat für Telefonate und SMS sowie 10 GB Highspeed-Datenvolumen. Für die ersten beiden Monate wurde mir das Datenvolumen kostenlos auf 100 GB erhöht. Danach kann ich diese Erweiterung für 5,99 Euro pro Monat beibehalten. Ein mehr als faires Preis-/Leistungsverhältnis, von dem ich gerne Gebrauch mache.

Umgehend habe ich die Kündigung zurückgezogen, eine neue Haupt-SIM-Karte (die alte E-Plus-Karte war noch eine Micro-SIM) sowie die beiden kostenlos erhältlichen MultiCards bestellt. Auch eine mobile Festnetznummer lasse ich mir schalten und meine aktuell bei simyo gehostete Handynummer wird auf den plötzlich sehr interessanten Vertrag portiert.

Die neue Haupt-SIM ist heute bereits angekommen. Sie zeigt nun nicht mehr E-Plus als Netzkennung an, allerdings auch nicht o2-de. Stattdessen wird Willkommen angezeigt. Das kannte ich bislang nur von netzclub.

Für die Karte habe ich mein Blackberry Classic reaktiviert und auch gleich neu aufgesetzt. Warum nicht das Microsoft Lumia 950 Dual-SIM? Ganz einfach: Weil das Blackberry immer noch das beste Smartphone für den produktiven Einsatz ist, während ich beim Windows-Handy absolut keinen Mehrwert erkenne.

Eine der beiden MultiCards werde ich in einem mobilen Hotspot betreiben, die dritte SIM wird für Tests genutzt. Die neue SIM-Karte hat weiterhin E-Plus als Heimatnetz. Sie bucht sich dort auch bevorzugt ein und das Blackberry Classic hat internet.eplus.de als APN eingerichtet. Dafür fehlt das o2-Branding, etwa in der Blackberry World.

Schlecht ist diese Lösung nicht, denn so habe ich bis zur Verschmelzung der beiden Telefónica-Netze auch wieder einen eigenen, sinnvoll nutzbaren Tarif im bisherigen E-Plus-Netz zur Verfügung. Einzig die EU-Roaming-Flat gibt es bei diesem Angebot nicht. Stattdessen bekommt man standardmäßig 50 MB Datenvolumen pro Monat im Monat. Schön ist das nicht, aber einem geschenkten Gaul…

Als grundgebührfreie Alternative gibt es das Smartphone DayPack EU, das nur an Tagen der Nutzung 1,99 Euro kostet, dann aber auch jeweils 50 MB bietet. Kein Traumtarif, aber die knapp 2 Euro pro Tag darf o2 angesichts des ansonsten genialen Tarifs dann gerne auch verdienen.

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