Ist die Mittelwelle tot? Nö!

In vielen europäischen Ländern geht die Zeit des Mittelwellenrundfunks allmählich zu Ende. Bereits seit den 50er Jahren setzt sich mehr und mehr der UKW-Rundfunk durch, der eine wesentlich bessere Übertragungsquelität bietet, allerdings auf Kosten der technischen Reichweite. Ist ein Mittelwellensender abends und nachts je nach Sendeleistung europaweit oder sogar darüber hinaus zu empfangen, so ist die Ultrakurzwelle nur für die regionale Runfunkversorgung geeignet.

Mittelwellenempfang mit dem JRC NRD-535DG

Mittelwellenempfang mit dem JRC NRD-535DG

Ich habe das DX-Camp auf dem Hoherodskopf heute genutzt, um über Mittag – zu einer Zeit, wo die Empfangsbedingungen besonders schlecht sind – einmal nachzusehen, was denn im Mittelwellenbereich heutzutage noch zu hören ist. Hier ist das Ergebnis:

  • 540 kHz: Kossuth Radio (Ungarn)
  • 549 kHz: Deutschlandfunk
  • 621 kHz: RTBF Wavre (Belgien)
  • 639 kHz: Cesky Rozhlas Dvojka (Tschechien)
  • 693 kHz: BBC Radio 5 Live (Großbritannien)
  • 711 kHz: France Info (Frankreich)
  • 756 kHz: Deutschlandfunk
  • 891 kHz: Radio 538 (Niederlande)
  • 909 kHz: BBC Radio 5 Live (Großbritannien)
  • 954 kHz: Cesky Radio Dvojka (Tschechien)
  • 1008 kHz: GrootNieuwsRadio (Niederlande)
  • 1053 kHz: TalkSport (Großbritannien)
  • 1062 kHz: Country Radio (Tschechien)
  • 1089 kHz: TalkSport (Großbritannien)
  • 1107 kHz: AFN PowerNet
  • 1143 kHz: AFN The Eagle
  • 1179 kHz: Antenne Saar
  • 1215 kHz: Absolute Radio (Großbritannien)
  • 1242 kHz: Absolute Radio (Großbritannien)
  • 1269 kHz: Deutschlandfunk
  • 1278 kHz: France Bleu Alsace (Frankreich)
  • 1377 kHz: France Info (Frankreich)
  • 1422 kHz: Deutschlandfunk
  • 1440 kHz: RTL – Deutschlands Hitradio (Luxemburg)
  • 1548 kHz: Gold (Großbritannien)

Vom späten Nachmittag bis zum frühen Vormittag sind noch viele zusätzliche Stationen zu empfangen. Tot ist die Mittelwelle also keineswegs.

Für echte Wellenjäger (im Fachjargon als DXer bezeichnet) hat die Abschaltung deutscher Sender sogar einen Vorteil. So sind auf den Frequenzen, die früher beispielsweise vom Hessischen Rundfunk, vom Bayerischen Rundfunk oder vom Norddeutschen Rundfunk genutzt wurden, jetzt jeweils nach Einbruch der Dämmerung Stationen aus dem Ausland zu hören, deren Empfang früher niemals möglich gewesen wäre.

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