BH eins: Neues Kultradio löst „Großfahndung“ nach Musiktitel aus

Zum Sendestart vor knapp zwei Wochen habe ich hier im Blog bereits über den neuen Potsdamer Lokalsender BH eins berichtet. Auch heute noch sehe ich das Programm als einen der wenigen echten Lichtblicke in einer ansonsten immer eintönigeren Radiolandschaft an.

Platten-Cover "Rosa auf Hawaii" von Cosa Rosa (Foto: Coverlib.com, Screenshot: SmartPhoneFan.de)

Platten-Cover „Rosa auf Hawaii“ von Cosa Rosa (Foto: Coverlib.com, Screenshot: SmartPhoneFan.de)

Die Moderatoren reden frei, beten nicht gebetsmühlenartig die immer wieder gleichen Claims herunter, das Programm klingt locker und die Musik ist vielseitig. Dank Mitarbeitern wie Andreas Dorfmann, Stefan Kleinert, Dennis King und Uwe Schneider kommt sogar so ein kleines bisschen RIAS2-Feeling auf. RIAS2 war „der“ Kultsender in Westberlin, der leider nach der deutschen Wiedervereinigung geschlossen wurde bzw. im Privatsender r.s.2 aufgegangen ist, der mit RIAS2 aber kaum noch etwas gemeinsam hat.

Die Nachmittagssendung von BH eins nennt sich inzwischen – wie damals bei RIAS2 – „Treffpunkt“ – nur dass sie eben jetzt auf 9-5-3 und nicht auf 9-4-3 wie die damalige Jugendwelle RIAS2 ausgestrahlt wird. Die heutige Ausgabe der Sendung sorgte an einer Stelle für besonders große Aufmerksamkeit bei mir. Gespielt wurde ein Song von Cosa Rosa, der mir sehr vertraut war.

Es handelte sich um das Indikativ einer Sendung des Urlaubssenders Radio Lignano International, der von 1984 bis 1999 an der oberen Adriaküste Italiens und Jugoslawiens zu hören war. Ich kannte Radio Lignano International seit 1984 als Hörer. Von 1989 bis 1992 arbeitete ich selbst als Moderator bei dieser Station. Anschließend war ich dank Ausbildung und Beruf nur noch gelegentlich als Gast-Moderator zu hören.

Bis heute ist die Tätigkeit bei Radio Lignano International der Job, der mir in meinem bisherigen Leben am meisten Spaß gemacht hat. Noch heute nutze ich die Sendersignation von Radio Lignano auf einem meiner Smartphones als Klingelton. Mit einem Team von vier Leuten (je zwei Moderatoren und Redakteure) ein tägliches Liveprogramm von 8 bis 21 Uhr zu gestalten, das war schon was. Voicetracking und ähnliches gab es damals noch nicht. Wir haben noch „Radio mit der Hand“ gemacht.

Kein Wunder also, dass bei „Rosa auf Hawaii“ von Cosa Rosa auf BH eins sofort wieder alte Erinnerungen aufkamen. Ich wollte den Song in meiner Musikbibliothek bei Apple Music speichern – Fehlanzeige. Der Titel ist dort nicht verfügbar. Auch im iTunes Store kann man ihn nicht kaufen.

Kein Problem, Spotify habe ich ja auch noch und rund 50.000 Musiktitel sind in MP3 auf meinem NAS-Server zu finden. Aber auch dort wurde ich nicht fündig. Andere Streaming-Dienste wie Deezer und Rdio hatten das gewünschte Musikstück ebenfalls nicht im Portfolio. Klar, auf alten Radio-Lignano-Airchecks würde ich den Song noch finden. Aber die befinden sich auf analogen Audiokassetten, über deren Sound-Qualität ich nach rund 25 Jahren nicht einmal nachdenken möchte.

Also habe ich mich über Google auf die Suche nach „Rosa auf Hawaii“ gemacht. Auf YouTube findet man den Titel in allerdings nicht zeitgemäßer Qualität. Ansonsten gibt auch die Google-Suche abseits der üblichen virenverseuchten Seiten, auf denen man im Endeffekt ohnehin nicht die Downloads findet, die man eigentlich sucht, nichts her.

Doch halt, ein einziger Online-Shop bietet den Cosa-Rosa-Titel doch tatsächlich als MP3-Download an. Exlibris nennt sich der Laden, der in der Schweiz sitzt und eigentlich nur Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein bedient. Also habe ich kurzerhand für die Dauer der Bestellung meinen Wohnort „virtuell“ nach Zürich verlegt und konnte das MP3-File tatsächlich bestellen, mit PayPal bezahlen und schließlich herunterladen. Die nicht ganz ehrliche Adressangabe ist glücklicherweise nicht aufgefallen.

Danke an die Kollegen von BH eins für diese nette Erinnerung an alte Radiozeiten. Dass dieser Song eine derartige Rarität ist, dass er weder bei Apple Music und iTunes, noch bei Spotify und anderen Streaming-Diensten zu finden ist, war mir auch nicht bewusst. Aber immerhin: Auf Umwegen bin ich fündig geworden, so dass ich die „Rosa auf Hawaii“ nun auch im Archiv habe.

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