Hands on: Mein erster Kontakt mit dem Google Chromebook

Google hat schon vor geraumer Zeit sein Chomebook angekündigt. Jetzt wird es ernst, seit wenigen Tagen sind die Notebooks mit Chrome-OS verfügbar. Das Konzept hatte mich von Anfang an interessiert. Einerseits ist das Betriebssystem auf den Browser reduziert, andererseits ist das Konzept, die Daten in der Cloud zu haben, durchaus ansprechend. So hat man jederzeit orts- und endgeräteunabhängig Zugriff auf alle relevanten Informationen.

Wir haben in der Redaktion von teltarif.de derzeit ein Testgerät des von Samsung produzierten Chromebook-Modells, bei dem sich der Internet-Zugang ausschließlich über WLAN herstellen lässt. Die UMTS-Version ist erst in der kommenden Woche in Deutschland verfügbar.

Rein optisch spricht mich das Chromebook überhaupt nicht an. Es ist ein echter „Plastikbomber“. Wäre er in Weiß gehalten, dann würde er mich an das Macbook (ohne pro und ohne air) erinnern. Das sieht einfach billig aus und entspricht überhaupt nicht dem Verkaufspreis von immerhin 399 Euro für die WLAN-Version bzw. 449 Euro für die Variante mit zusätzlichem GPRS/UMTS-Modul.

Die Tastatur des Chromebooks gefällt mir sehr gut. Man kann nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr gut darauf schreiben. Das Touchpad ist recht groß. Das gefällt mir weniger, ist aber Ansichtssache. Ein Problem ist aber, dass es zunächst nur schwerfällig auf Eingaben reagiert. Später zeigt sich, dass man die Empfindlichkeit im Menü „Einstellungen – System“ konfigurieren kann.

In punkto Booten hält das Chromebook, was es verspricht. Nach dem Einschalten kann man innerhalb von sechs Sekunden seine Google-Daten eingeben. Wenige Sekunden später startet der Browser und das Chromebook ist nutzbar. Lesezeichen und anderen Daten werden aus einem eventuell am PC oder Mac genutzten Chrome-Browser übernommen und auch ansonsten verhält sich das gesamte Chrome-OS wie der Chrome-Browser auf anderen Betriebssystemen.

Google Mail, Google Docs, der Google Kalender und alle anderen Anwendungen werden über die auch am PC oder Mac nutzbaren Erweiterungen realisiert. Nachteil: Nicht alle vom PC oder Mac bekannten Features funktionieren. Der AppStore für Chrome-OS bietet beispielsweise Anwendungen für den Webradio-Empfang. Die von mir getesteten verlangten jedoch nach Plug-ins, die sich zwar am PC oder Mac, nicht jedoch unter Chrome-OS installieren lassen.

Normale MP3- oder WMA-Streams konnte ich nicht empfangen. Flash-Inhalte funktionieren dagegen. So ist die YouTube-Nutzung kein Problem. Shoutcast-Streams lassen sich direkt über die Shoutcast-Seite abrufen, über Tunein und Yourmuze kann man ebenfalls Internetradio hören. Direkt über die Homepage eines Senders klappt das dagegen in den seltensten Fällen. Der Klang der internen Lautsprecher ist gut, wenn auch nicht überragend.

Manchmal stockt der Chrome-Browser auch beim Surfen im Internet. Dabei konnte ich nicht klären, ob das ein Chrome-OS-Problem ist oder vielleicht auch mit dem verwendeten Internet-Zugang zusammenhängt.

Ohne Internet-Zugang funktioniert zurzeit nichts. Google will jedoch noch im Sommer ermöglichen, E-Mails und Dokumente auch offline zu lesen und zu bearbeiten. Der WLAN-Empfang des Chromebook ist sehr gut. Auch schwächere Netze werden gefunden und ermöglichen bei Bedarf den Internet-Zugang.

Irgendwie erinnert mich das Chomebook ein bisschen an das T-Mobile G1 als seinerzeit erstes Smartphone mit dem Android-Betriebssystem. Das Konzept ist super, aber ausbaufähig. Die Hardware ist nicht so toll, was bei einem renommierten Hersteller wie Samsung, der gerade im Android-Bereich in der letzten Zeit sehr gute Geräte auf den Markt gebracht hat, aber verwundert.

Das Chromebook ist meiner Ansicht nach vor allem zu teuer. Für 200 Euro wäre es ein Hit. Dafür lässt sich das Gerät aber nicht produzieren. Aber warum ich den gleichen Preis wie für ein gutes Windows-Netbook ausgeben, aber deutlich weniger Leistung bekommen sollte, verstehe ich noch nicht so ganz. Bei einem Preis bis maximal 299 Euro würde ich die Anschaffung eines Chromebooks als zusätzliches „Spielzeug“ in Betracht ziehen – als Alternative zum Tablet, um schnell und ohne langen Boot-Vorgang online zu kommen. Aber bei 449 Euro für die UMTS-Version des Samsung Chromebooks stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis definitiv nicht.

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Eine Antwort to “Hands on: Mein erster Kontakt mit dem Google Chromebook”

  1. Ryo Says:

    Danke für deine ersten Eindrücke.
    Also Plastik schreckt mich nicht ab. Vor allem wenn das erwartete Plus in der Empfangsleistung tatsächlich zum Ausdruck kommt.
    Der Preis… ja das ist ein Happen. Einerseits muss man sehen, dass die Leistungsdaten schon okay sind.
    Der empfohlene VK beim Eee PC 1215P sind ebenfalls 449 Euro. Allerdings bietet diese nur einen 1,5 GHz Atom N550, eine 0,3MP Camera, kein UMTS-Modul. Da sind die Daten beim Chromebook schon wesentlich besser.

    Ich bleibe jedenfalls gespannt, und werde auch meine Eindrücke schldern, sobald ich einen in die Finger bekomme :).

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